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Abifahrt Barcelona
Barcelona 2002 - oder warum Papa Schrumpf vielleicht doch noch mal fährtEigentlich hätte es gar nicht sein sollen. Eigentlich hätte die Abifahrt nach Barcelona vor vier Jahren seine letzte sein sollen..... Herr Schrumpf hatte eigentlich gar keine Lust mehr. Doch aus noch ungeklärten Gründen hat es Papa Schrumpf doch noch einmal versucht, und hat sich mit sage und schreibe 50 Schülern in der Woche vor den Pfingstferien doch wieder in einen (anfänglich) komfortablen Reisebus gesetzt und ist gen Barcelona aufgebrochen. Das mit dem "komfortabel" wollte nach den 19 Stunden Fahrt zwar keiner mehr so recht sagen, aber zumindest unsere vier Lehrer, Herr Schrumpf, Katie, Frau Meixner und Frau Wißmüller, haben in den vordersten Reihen doch recht gut geschlafen.
Geschlafen haben wir auf der Busfahrt zwar eher wenig; doch getreu dem Motto "Wir haben doch keine Zeit" war unser erstes Ziel nicht - wie man erwarten sollte - unser Hotel, sondern erst hieß es, einen Schnelldurchlauf durch das auf dem Weg gelegene Dali-Museum zu absolvieren. Raus aus dem Bus, rein ins Museum, staunen (Dali ist wirklich toll!)... raus aus dem Museum und weiter ging's unserem vorläufigen Endziel Lloret de Mar entgegen. Ja, die ersten beiden Nächte durften wir in der Party-Metropole verbringen. Ob die Gründe hierfür nun in einer Überbelegung des Hotels in Barcelona lagen, oder doch eher daran, dass wir (inkl. Herrn Schrumpf) uns erst einmal so richtig austoben sollten/wollten/durften, sei dahingestellt.
Lloret jedenfalls machte seinem Ruf alle Ehre: Feiern bis der Arzt kommt (im übertragenen Sinne natürlich). Die Tagesaktivitäten hingen dann von der jeweiligen körperlichen und geistigen Verfassung ab. Möglichkeiten gab es viele (Bootstour nach Tossa del Mar mit ziemlichem Seegang, Besichtigung des Klosters Montserrat mit ziemlichem "Kurvengang" die Serpentinen hoch, oder in ziemlich langsamen Gang zum Strand wandeln und in der Sonne brutzeln - oder eben weiter feiern!), aber nichts war verpflichtend.
Nach zwei solcher Tagen ging es frühmorgens, bei manchen ohne Zwischenstation im eigenen Bett, zurück nach Barcelona, um dort unseren Kulturhunger weiter zu stillen.
Doch getreu dem Motto "Wir haben doch keine Zeit!" war unser erstes Ziel mal wieder nicht - wie man erwarten sollte - unser Hotel, sondern wir mussten erst einmal einen Schnelldurchlauf absolvieren - diesmal zur Geschichte und vor allem Kunstgeschichte Barcelonas. Unsere Stadtrundfahrt führte uns unter anderem zu vielen Werken der zentralen Kunstgestalt Barcelonas Antonio Gaudi, der mit seinem faszinierenden modernistischen Baustil das ganze Stadtbild prägte. Wegen seines 150-jährigen Geburtstags bekamen wir die Möglichkeit, neben dem Templo de la Sagrada Familia und z.B. dem Parque de Güell auch Gebäude zu besichtigen, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Selbstverständlich durften auf unserem Programm auch Picasso und Miró nicht fehlen.
Kunst, Kunst, Kunst!!! Jedoch auch die Nicht-Kunst-Fanatiker bekamen die Möglichkeit, in unzähligen Museen und Stadtrundgängen mit Tourist-Guide Werner Schrumpf wirklich interessante Kultur zu tanken.
Aber Barcelona hat ja nicht nur Kunstkultur (obwohl diese allein schon eine Reise wert ist), sondern auch Sportkultur (Olympia"hügel", Olympiahafen, Olympiastadion), zu bieten was vor allem die Sport LK-ler begeisterte.
Und die spanische Trinkkultur durfte natürlich auch nicht ausgelassen werden. Neben dem Besuch einer Sektkellerei (leeeeckerer Cava=Sekt!) mit einer völlig unfähigen Reiseleiterin, die dann Gott sei Dank von Frau Wißmüller als Dolmetscherin abgelöst wurde, haben wir die Trinkkultur auch ausgiebig in Symbiose mit der spanischen Nachtkultur erprobt. Aber nicht nur die Schüler hatten am nächsten Morgen manchmal mit den Folgen des Sangrias zu kämpfen... (Hat mal jemand 'ne Aspirin??...)
Das uns am ersten Abend in Barcelona von Herrn Schrumpf auferlegte einzige "Von-Llloret-Erholungs-Ausgehlimit" haben wir fast sogar dankend angenommen. Spanisches Nachtleben ist einfach anstrengend und findet erst so richtig nach Mitternacht statt - aber vielleicht hat uns gerade diese Anstrengung so zusammengeschweißt. An den ersten Abenden war die typische Grüppchenbildung noch wahrzunehmen (obwohl man sich auf den berühmten Ramblas ständig wieder traf, Barcelona ist eben doch ein Dorf); doch am letzten Abend bevölkerte auf einmal eine deutsche Reisegruppe von ca. 50 bestens gelaunten Schülern und Lehrern gemeinsam den Lieblingsplatz unseres Obergurus. Tapas (typisch spanisch), Falafel (typisch Schrumpf-isch) und die Straßenmusikanten, die von zwei Mutigen aus unseren Reihen noch stimmgewaltig unterstützt wurden, ließen unseren letzten Abend in Barcelona einfach nur schee wern.
Die auf der Hinfahrt schon erprobten Sitz-, Liege- und Schlaftechniken wurden dann auf der - wer hätt's gedacht - wieder 19-stündigen Rückfahrt endgültig perfektioniert, so dass diesmal nicht nur die lehrer schliefen, was natürlich in keinster Weise mit eventuellem Schlafmangel zusammenhing.
Aber eigentlich hätte dies alles ja gar nicht sein sollen. Eigentlich hätte die Abifahrt nach Barcelona vor vier Jahren ja seine letzte sein sollen, aber vielleicht, eventuell, unter Umständen lässt er sich ja doch noch einmal darauf ein. Wir haben jedenfalls unser Bestes getan, dass aus so vielen, so unterschiedlichen, unpünktlichen Leuten eine so nette, höfliche, liebenswürdige, brave, pünktliche Truppe werden kann - ach Schmarrn, wir warn halt einfach a saugeiler Haufen, das hat er selber gesagt, und wegen uns fährt er wohl doch noch mal nach Barcelona. Dankt es uns!
Heike Nowak & Claudia Günther


