Abi 2003 am Ohm-Gymnasium Erlangen

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Sonntag, 20. Mai 2012

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Abifahrt Rom

Rom 2002 - Roma aeterna

"Keine Angst vor Kirchen und Museen" - unter diesem Motto machte sich am Samstag, dem 11.05., ein Häufchen 17 unerschrockener Kollegiatinnen und Kollegiaten mit zwei Lehrkräften auf den Weg in die ewige Stadt. Nach einer vierzehnstündigen ruhigen Zugfahrt erreichten wir Rom am frühen Sonntagmorgen. Hier bot sich uns ein ungewohntes Bild der Stadt: Der historische Kern war für den Autoverkehr gesperrt worden, rund um die Foren und das Kolosseum fand ein Volkslauf statt. Diese Ereignis brachte uns die Chance, ohne fast überfahren zu werden, die Straßen zu überqueren und einen Blick auf einige Sehenswürdigkeiten zu werfen. Mit Blick auf das Monumento Vittorio Emanueles frühstückten wir und genossen die Ruhe dieses Vormittags, die wir später vermissen sollten, da der römische Stadtverkehr legendär hektisch und laut ist. Per Pedes ging die Erkundung der Stadt weiter: Über das eindrucksvolle Pantheon und die betriebsame und lebhafte Piazza Navona gelangten wir zur Engelsburg. Diese war jedoch wegen eines Streiks des Personals geschlossen. Wir lernten, mit Widrigkeiten dieser Art oder des römischen Busverkehrs gelassen umzugehen. Abends besichtigten wir die erste der Patriachalkirchen, Santa Maria Maggiore, und erlebten das Flair der Spanischen Treppe. Danach gings zum Trevibrunnen, wo es von multikulturellen Händlern nur so wimmelte. Pflichtschuldig warfen wir eine Münze in den Brunnen, was nach allgemeinem Glauben die Rückkehr nach Rom garantiert.

Nachdem der erste Tag dazu gedient hat, sich einen Überblick zu verschaffen, stand der zweite zunächst im Zeichen der römischen Antike. Nach einem nicht eben reichhaltigen Frühstück besichtigten wir bei schönstem Sonnenschein unter der fachkundigen Leitung einer Führerin das Forum Romanum sowie das Kolosseum und gewannen interessante Einblicke in das Leben der alten Römer. Doch durfte natürlich die geistliche Seite nicht vernachlässigt werden! Deshalb wurde wie an jedem Tag eine der vier Patriachalkirchen Roms besichtigt, diesmal die Laterankirche. Unermüdliche besuchten später trotz dichten Programms auf eigene Faust noch weitere Sehenswürdigkeiten. Bei ihren Alleingängen lernten die Schüler auch die Kehrseite des Massentourismus in dieser Stadt kennen: Sie wurden beim Essen abgezockt, was dazu führte, dass einige jetzt alle McDonald's-Restaurants kennen, denn hier stehen die Preise eindeutig fest.

Am Dienstag zeigten sich die ersten Erschöpfungserscheinungen. So verbrachten wir einen großen Teil der Zeit in Ostia Antica, der einstigen Hafenstadt Roms. Im dortigen Theater gab Herr Zips unterhaltsam und sicher Gedichte von Heinz Ehrhardt zum Besten. Dank der profunden Italienisch-Kenntnisse von Frau Heinzmann gelangten wir schließlich an den Strand von Ostia. Da uns die vielen alten Gemäuer müde gemacht hatten, gönnten wir uns bei Sonne und Wind eine Pause und kühlten unsere schon wunden Füße im Meer.

Obwohl Rom jeden Tag viele Höhepunkte bereit hält, standen am Mittwoch wohl die herausragenden Punkte auf dem Programm, der Besuch des Petersdoms und der Vatikanischen Museen im kleinsten Staat der Welt. Nach fünfzehnminütiger Wartezeit konnten wir die Schätze dieses einmaligen Museums bestaunen: die labyrinthischen, prachtvoll ausgestatteten Gänge, die Stanzen des Raffael, antike Skulpturen wie die Laokoongruppe und natürlich die Sixtinische Kapelle. Am Nachmittag besichtigten wir dann den Petersdom, dessen Atmosphäre im Vergleich zu kleineren und beschaulicheren Kirchen aufgrund der vielen Touristen- und Pilgergruppen eher einem Bahnhof ähnelt. Umringt von anderen Touristen, alle ehrfurchtsvoll in langen Hosen, strichen manche über den schon recht abgegriffenen Fuß des Heiligen Petrus. Doch hat diese Kirche noch etwas anderes zu bieten: Wer es schafft, 477 Stufen ohne Aufzug zu erklimmen, wird mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt bis zu den Albaner Bergen im Osten undder fernen Küstenlinie im Westen belohnt. Am Abend klang die Fahrt bei einer gemeinsamen Flasche Wein aus.

Da sich bei unserer Abreise Schwierigkeiten mit dem Hotel ergaben, verlief der letzte Tag zu Beginn leider sehr hektisch. Zum Ausgleich gingen wir dann in den größten Park Roms und besichtigten dortdie Villa Giulia, die etruskische Kulturgegenstände beherbergt. In ihrem Garten entstand das obligatorische Gruppenfoto. Am NAchmittag hatte jeder noch einmal die Gelegenheit, letzte Eindrücke von Rom zu sammeln, bevor wir eine strapaziöse Heimreise antraten. Dennoch war diese Fahrt auch wegen der rücksichtsvollen und geduldigen Schüler, die folgendes Zitat zogen, ein einmaliges Erlebnis:
"Trotz der Kürze der Reise hatten wir Gelegenheit, viele schöne Eindrücke von der 'Ewigen Stadt' in unsere fränkische Heimat mitzunehmen. Auch lernten wir uns innerhalb der Gruppe besser kennen, da auf dieser Abifahrt eine bunt zusammengewürfelte Truppe Schüler versammelt war. Das Verhältnis zwischen Kultur und Party war stets ausgewogen, was sehr zum Erfolg der fahrt beitrug." (M. Wietzorek)

J.-M. Heinzmann / N.Zips / A. Karnikowski


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